Zur Diskussion um das Binnen-I – Zuletzt bearbeitet 30. März 2014

 

Von © Heinz Dieter Pohl (http://members.chello.at/heinz.pohl/index.htm) gekürzt und aktualisiert aus meinem Rezensionsaufdatz zu: Kargl, M. – Wetschanow, K. – Wodak, R. – Perle, N. – Bundesministerin für Frauenangelegen­heiten und Verbraucherschutz (Medieninhaberin) – Bundeskanzleramt (Hg.), Kreatives Formulieren: Anleitungen zu geschlechtergerechtem Sprachgebrauch. Wien, Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien, Angewandte Sprachwissenschaft 1997 (Schriftenreihe der Frauenministerin, Bd. 13), erschienen in: Kärntner Jahrbuch für Politik 1998, 209-223 (Schriftenverzeichnis Nr. 186).


Vorbemerkung: Weder nach Duden noch nach Österreichischem Wörterbuch gelten „gegenderte“ Formen mit Binnen-I (Muster: LehrerInnen), Schrägstrich (Muster: Schüler/innen), mitunter auch mit _ (Muster: Teilnehmer_innen) und Klammern (Muster: Bürger(innen)) als korrekt und sie haben sich auch nicht allgemein durchgesetzt bzw. deren Gebrauch ist in letzter Zeit rückläufig. Vielfach gibt es neutrale Bezeichnungen wieLehrende, Studierende usw. Mit diesen sind beide Geschlechter gemeint, aber auch auf Plurale wie die Lehrer und die Studenten trifft dies zu, wenn man auch einschränkend behaupten kann, dass die Frauen nur „mitgemeint“ sind, denn man weiß ja, dass diese nicht nur Männer, sondern auch Frauen sind. Dies trifft aber auch auf die „neutralen“ Bezeichnungen Lehrende, Studierende zu, nur in der Einzahl ist alles klar: der/dieLehrende/Studierende wie auch der Lehrer/Student bzw. die Lehrerin/Studentin. Daher darf man sich mit Recht die Frage stellen: ist dieser übertriebene Gebrauch „gegenderter“ Formen mit Binnen-I (usw.) wirklich notwendig? Doch das Binnen-I wird noch immer von gewissen Kreisen in Österreich erbittert verteidigt. Eine Umfrage in einer österreichischen Tageszeitung hat ergeben, dass rund 88 % gegen solche Schreibungen sind – mehrheitsfähig sind sie also sicher nicht!

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Man ist (nicht nur) in Österreich einiges gewohnt, wenn unter dem Titel „geschlechtergerechter Umgang mit Sprache“ unkonventionelle und provozierende Vorschläge auftauchen. Grundsätzlich trete auch ich für gleiche Rechte und Chancengleichheit von Mann und Frau ein, doch die von den Feministinnen so genannte „positive Diskriminierung“ lehne ich ab, da sie eine Diskriminierung der Männer bedeutet (Diskriminierung bleibt Diskriminierung, so „positiv“ kann sie gar nicht sein!). Man kann nicht für Versäumnisse und Ungerechtigkeiten früherer Generationen die heutige Generation „bestrafen“. Vielfach wird in Anspielung auf die historische Entwicklung der Sprachen und dem Sprachwandel behauptet: Es gibt keinen „natürlichen“ Sprachwandel. Sprache ist immer den Machtinteressen bestimmter Gruppen unterworfen – doch dies ist nicht Sprachwissenschaft, sondern Ideologie. Auch in den obersten Etagen der Wissenschaft sollte man auf dem soliden, historisch gewachsenen Boden der Linguistik bleiben, um solche fragwürdigen Behauptungen zu vermeiden, sonst könnten sich die „feministischen Linguistinnen“ dem Verdacht aussetzen, in ihrer Wissenschaft sehr oberflächlich zu arbeiten, denn die oben zitierte Behauptung trifft nur am Rande des Sprachwandels im Bereich

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des Bedeutungswandels der Wörter zu. Hier wird offensichtlich „Sprachwandel“ mit „Sprachplanung“ verwechselt. Welche „Machtinteressen“ sollen denn beispielsweise am Werke gewesen sein, dass die drei verwandten Wörter deutsch Pfuhl, Zaun, Gift und englisch pool, town, gift nicht die gleiche Bedeutung haben und in zwei Fällen auch verschieden klingen? Dies ist eben das Ergebnis von „natürlichem Sprachwandel“, „Sprachplanung“ hingegen dient immer irgendwelchen Interessen, u.a. ist jede Schreib-, Schrift- und Schulsprache, auch jede Fachsprache, deren Ergebnis, daher schreiben wir (bzw. sagen wir „hoch-, besser standardsprachlich“) z.B. hässlich, Fleischlaibchen oder Mädchen statt mundartlich/ umgangssprachlich schiach, Fleischlaberl oder Madl/Dirndl(e). Jede politische Gruppierung betreibt ihre eigene Sprachplanung, mit der sie ihre Sympathisanten „betreut“, die Geschichte liefert dazu allerdings auch einige abschreckende Beispiele. Die vielfach vorliegenden Empfehlungen und Anleitungen zu geschlechtergerechtem Sprachgebrauch sind ein Lehrbeispiel für versuchte Sprachplanung.

Politische Umwälzungen mit ihren veränderten gesellschaftlichen Machtverhältnissen bringen immer wieder neue Begriffe hervor und in der Folge verändert sich auch der politisch relevante Wortschatz, der aber in seiner Gesamtheit eher der Peripherie der Sprache angehört, sie selbst ändert sich dadurch allein nicht. Jede politische Klasse und/oder Gruppe hat ihren spezifischen Wortschatz; ob man z.B. die (politischen) Begriffe „rechts“ und „links“ positiv oder negativ sieht, hängt davon ab, wie man selbst politisch positioniert ist, je „linker“ jemand ist, desto negativer wird er „rechts“ beurteilen – und umgekehrt. Daher gibt jede politische Partei ihre spezifische Terminologie in ihrem Programm vor und ihre Funktionäre haben sich an die entsprechenden Sprachregelungen zu halten. Monopolisiert eine Richtung den öffentlichen Diskurs, so werden ihre Ideologen zu sprachlichen Zuchtmeistern, was auch auf dominante ideologische Gruppierungen zutrifft, wie wir es ja z.B. tagtäglich mit den Tugendwächtern derpolitical correctness erleben. Hier ist die Sprache das Vehikel, das Bewusstsein zu verändern, und viele feministische Linguistinnen beschreiten ganz bewusst diesen (demokratiepolitisch nicht unbedenklichen) Weg. Mit Sprachwandel im Sinne der herkömmlichen Sprachwissenschaft hat dies alles nichts zu tun. Der geht ganz unbewusst, eben „natürlich“ vor sich. Die Sprachen ändern sich im Laufe der Zeit fast unmerklich für ihre Benützer, erst nach Jahrhunderten häufen sich diese Veränderungen und sie kommen mit der schriftlichen Überlieferung ans Tageslicht. Unterschiede zwischen geschriebener und gesprochener, genormter und volkstümlich-mundartlicher Sprache gibt es seit Erfindung der Schrift, und es braucht seine Zeit, bis (ehemalige) Normverstöße sich in der „gehobenen“ Sprache durchsetzen (zu meiner Pflichtschulzeit waren noch „Wenn-Sätze würde-los“ und es galt „Kasten, Wagen, Kragen dürfen keinen Umlaut tragen“ – Regeln, die heute obsolet geworden sind). Wenn also vielfach behauptet wird, dass es keinen „natürlichen“, d.h. keinen ungesteuerten Sprachwandel gibt, folgt daraus, dass der Sprachgebrauch und dessen Veränderung doch stark von den Interessen der Mächtigen abhänge. Doch dies steht in Widerspruch zu den Tatsachen, denn die natürliche Sprache reflektiert die Natur, alles, was in Natur und Umwelt des Menschen vorkommt, findet sein sprachliches Abbild, doch die Sprache allein kann das Umfeld des Menschen nicht ändern, vielmehr ändert sich die Sprache, wenn sich das Umfeld ändert, weil man dann neue Bezeichnungen usw. benötigt, um darüber zu kommunizieren.

Alle Menschen kommen entweder als „Mann“ oder als „Frau“ auf die Welt, daher gibt es auch eigene Bezeichnungen für „männlich“ und „weiblich“, aber was selbstverständlich ist, muss nicht unbedingt eigens ausgedrückt werden, daher ist die gemeinsame Bezeichnung unserer Spezies homo sapiens sapiens im Deutschen Mensch, früher Mann (daher jedermann, jemand, man usw., englisch man noch heute ʽMensch’ und ʽMann’), das besondere (merkmalhafte) war die Frau (englisch woman, entstanden aus wife + man ʽWeib + Mensch’, ursprünglich etwa ʽweiblicher Mensch’). Daher ist in der Sprache das weibliche Geschlecht erst später ausgedrückt worden und parallel dazu entstand auch in der Grammatik die Kategorie Genus (grammatisches Geschlecht, nicht zu verwechseln mit Sexus, dem natürlichen Geschlecht). Allerdings unterscheiden nicht alle Sprachen in der Grammatik zwischen weiblich und männlich – quer durch alle Kulturen dieser Welt. Die Menschen (bzw. „Männer“) haben also nicht die Natur der Sprache angepasst, sondern die Sprache widerspiegelt mit der Möglichkeit, das weibliche Geschlecht eindeutig auszudrücken, die Natur.

Beispielsweise wurde im Englischen das Genussystem weitgehend abgebaut (es ist nur durch die drei Pronomina he/she/it nach wie vor vorhanden), in anderen indogermanischen Sprachen ist es ganz aufgegeben worden (u.a. im Farsi bzw. Persischen, wo u für ʽer/sie/es’ steht, ähnlich ist es auch im Armenischen). Außerdem ist es nur dann gerechtfertigt, von der Kategorie Genus zu sprechen, wenn es drei (Maskulinum, Femininum und Neutrum wie ursprünglich in den meisten indogermanischen Sprachen und heute noch u.a. im Deutschen) bzw. zwei Genera(Maskulinum und Femininum wie in vielen jüngeren indogermanischen Sprachen oder im Semitischen) gibt, allerdings von bestimmten Sonderentwicklungen abgesehen, wie z.B. in den skandinavischen Sprachen, wo aus dem Maskulinum und Femininum ein „Utrum“ entstanden ist, dem das Neutrum gegenübersteht. Trotzdem wird beim Personalpronomen zwischen männlich und weiblich unterschieden, z.B. dänisch han ʽer’ und hun ʽsie’, bei nicht persönlichem bzw. grammatischem Utrum steht den ʽer/sie’, bei unpersönlichem bzw. grammatischem Neutrum det, im Plural einheitlich de. Sonst ist es üblich, von Klassen zu sprechen, denn Genus ist eigentlich nur eine ganz bestimmte Art von Klasseneinteilung der Substantiva und Pronomina, so hat beispielsweise die Sprache Dyirbal (Australien) nicht vier Genuskategorien, sondern vier Klassen (männliche, weibliche Lebewesen, essbare, übrige Dinge), andere Sprachen (z.B. die Bantu-Sprachen in Afrika) haben weit mehr, daher nennt man sie „Klassensprachen“.

In unserer Sprache wird nur im Singular (grammatisch) zwischen männlich und weiblich unterschieden, in der Mehrzahl nicht (im Gegensatz etwa zu den meisten romanischen und slawischen Sprachen). Mit dem Suffix -in hat das Deutsche ein sehr leistungsfähiges Wortbildungselement entwickelt, mit dem aus (grammatisch und/oder semantisch ursprünglich) männlichen Begriffen weibliche abgeleitet werden, wie Koch > Köchin, Löwe > Löwin usw. Besonders produktiv ist -in in Verbindung mit -er, also Leser > Leserin, Gärtner > Gärtnerin usw. Dieses -er ist „generisch maskulin“, also der Form nach männlich, doch fast immer auch (v.a. im Plural) weibliche Personen miteinschließend bzw. mitmeinend. Früher genügte z.B. in einer Zeitschrift die Anrede „liebe Leser“, die Leserinnen waren eingeschlossen. Gerade dagegen wehrt sich die feministische Linguistik und strebt die konsequente Feminisierung aller Ausdrücke, die sich auf Frauen beziehen, an, also nicht Staatsbürger allein, sondernStaatsbürgerinnen und Staatsbürger. Da solche Doppelschreibungen schwerfällig und zeitaufwendig sind, hat die Schreibung StaatsbürgerInnen in den letzten Jahren eine große Verbreitung gefunden, also die sogenannte „Binnen-I-Schreibung“, obwohl sie weder vom DUDEN noch vomÖSTERREICHISCHEN WÖRTERBUCH vorgesehen ist, also ganz bewusst gegen die derzeit gültige Orthographie verstößt. Trotzdem hat sich dieser orthographische Unfug weitgehend in manchen Kreisen durchsetzen können, nicht nur wegen der Feministinnen, sondern auch aus Bequemlichkeit. Damit werden aber die weiblichen Formen erst recht zu „Anhängseln“, denn am „generisch maskulinen“ Wortkörper Staatsbürgerändert sich nichts, von dem das –Innen deutlich sichtbar abgehoben ist – ob das wohl eine „geschlechtergerechte“ Schreibung sein soll? Als Alternative gibt es auch eine Schrägstrichregelung, Muster Staatsbürger/innen; diese scheint leistungsfähiger, z.B. der/die [Vorsitzende, Angestellte] usw., wo man auch mit Großbuchstaben und Binnengroßschreibung nicht weiterkommt. Außerdem sind Schreibungen wie z.B. KochIn oder KöchIn, die man in Arbeitsmarkt-Inseraten oft lesen kann, problematisch, außerdem nicht in den Plural zu transformieren: KöchInnen (es sind nun einmalKöche und Köchinnen). Auch auf ÄrztInnen trifft dies zu. Einmal las ich in einer Einladung zu einer Generalversammlung: „Wahl eines Vertreter/In für…“ – wie auch MitgliederInnen, der Kreativität sind offenbar keine Grenzen gesetzt!

Um aus weiblichen Bezeichnungen männliche zu bilden, sind die Möglichkeiten beschränkt, z.B. Hebamme (es gibt nur Geburtshelfer o.ä.), neben der Krankenschwester gibt es nur den Krankenpfleger, neben dem Göden (oder Goten) die Godel oder Gotel ʽPate bzw. Patin’). Auch Bezeichnungen wie Kundschaft oder Lehrkraft sind „neutral“. Im Tierreich hat die Ableitung mit –erich eine gewisse Verbreitung, z.B. Gänserich,Enterich, Mäuserich, aber daneben kommen auch andere Bildungen wie Kater, Ganter vor. Es gibt also kein produktives, dem femininen –inentsprechendes Wortbildungselement, das männliche Bezeichnungen bildet. Weiters gibt es einige weibliche Begriffe, die vom Genus her nicht feminin sind, z.B. das Weib, umgangssprachlich/mundartlich das Mensch (Plural die Menscher); die meisten von ihnen werden aber (zumindest heute) abwertend gebraucht. Ein Sonderfall ist das/der Mannequin.

Nun, die Schreibung ist die eine Seite, die andere ist das Sprechen. Wie soll man z.B. BürgerInnenversammlung aussprechen: Bürger-Innenversammlung? (Also wie eine, die in einem Gebäude stattfindet, nicht im Freien, denn eine solche Innen-Aussprache evoziert „Außen“ – man verzeihe mir dieses Wortspiel!). Der unlängst vom „Komitee zur Regelung des Schriftverkehrs” gemachte Vorschlag stellt fest: Die Sprache dient der klaglosen Verständigung und nicht der Durchsetzung zweifelhafter politischer Ziele, und weist darauf hin, dass jeder Text unmittelbar laut (vor)lesbar sein muss. Daher rät das Komitee von Doppelschreibweisen wie „der/die Lehrer/in“ ab, wie dies dessen Chefin Walburg Ernst in der „Wiener Zeitung” (vom 20.3.2104) feststellt. Gleichbehandlung müsse auf faktischer Ebene stattfinden. Statt des Binnen-I wird geraten, „beide Geschlechter getrennt und vollständig anzuführen“, und zwar die weibliche zuerst. Kann man übrigens im ORF recht oft hören – klingt aber langatmig. Zulässig sei auch die Vorbemerkung am Anfang des Dokuments, dass eine Form im gesamten Dokument für beide Formen gelte, die männliche und weibliche. Übrigens: eine Umfrage in der Tageszeitung „Die Presse“ hat ergeben, dass rund 88 % gegen die Binnen-I-Schreibung sind. Außerdem widersprechen die verwendeten „gendergerechten“ Schreibungen den grundlegenden grammatischen und orthographischen (auch orthoepischen) Regeln des Deutschen und sind ein Eingriff in die natürliche Sprache. Sie ändern darüber hinaus auch nichts (gar nichts!) an den von der Natur vorgegebenen Verhältnissen. Die Spezies Mensch ist eben Mann oder Frau, und was man selbst durch Vereinigung von Mann und Frau geworden ist, konnte man sich nicht aussuchen und kann man auch nicht ändern. Man kann nur das Beste daraus machen – sich als Macho oder Feministin zu gerieren scheint mir aber der falsche Weg.

Eine gute Zusammenfassung über die Geschichte und den Gebrauch „gegenderter“ Formen, was eher eine österreichische Besonderheit zu sein scheint (in Deutschland ist dies deutlich weniger zu beobachten) ist im Beitrag „Feministische Sprachpolitik“ von Karin Wetschanow und Ursula Doleschal nachzulesen (im Sammelband Rudolf De Cillia – Eva Vetter (Hrsg.): Sprachenpolitik in Österreich. Bestands­aufnahme 2011. Frankfurt am Main 2013 (Sprache im Kontext, Bd. 40), S. 306-340. Wenn auch die beiden Autorinnen entschieden für diesen eintreten, ist der Artikel dennoch sehr sachlich geschrieben, wenn sie feststellen, dass „die feministische Sprachpolitik … von einem gewissen Spannungsverhältnis gekennzeichnet“ ist und dass die „Feministische Linguistik den Dialog mit den heutigen PraktikerInnen suchen muss“. Abschließend wird festgestellt: „Zehn goldene Regeln aufzustellen, wie man geschlechtersensibel richtig, korrekt, schnell und verständlich formuliert, wären einer feministischen Sprachpolitik nicht förderlich, sondern würden sie verhindern“. Hier scheint sich doch eine Versachlichung der Diskussion anzubahnen.

© H.D. Pohl (http://members.chello.at/heinz.pohl/index.htm)

Aus dem Wörterbuch der Manager: Von A wie arrogant bis Z wie zynisch

Warum neigen gerade Pseudoschulreformer und Modernisierungsmanager zum englisch-deutschen Sprachkauderwelsch? Weil Sprache ein Machtinstrument ist.

KURT SCHOLZ (Die Presse)

Bundesdeutschen Gazetten entnehme ich, dass soeben der Titel „Sprachwahrer des Jahres“ verliehen wurde. Träger der Auszeichnung ist die Deutsche Bahn. Sie kämpft gegen Anglizismen. In Zukunft wird über Auskunftsstellen „Information“ statt „Service Point“ stehen, ein „Flyer“ soll „Handzettel“ heißen, statt „Call a bike“ wird man „Radverleih“ lesen. Ich finde das großartig.

Lehnt man heute Anglizismen ab, begegnet man rasch dem Vorwurf der Deutschtümelei, auch wenn man kein nationalistischer Sprachpurist ist. Sprache ist etwas Lebendiges. Sie lässt Überholtes absterben, nimmt Neues auf

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und gibt alten Begriffen frische Bedeutungen. Manche Fremdwörter sind einfach treffender. Wir alle verwenden Ausdrücke wie Laptop, E-Mail oder SMS ganz selbstverständlich, weil sie eine klare Bedeutung haben und es kein deutsches Wort dafür gibt.

Wenn aber Flüge gecancelt statt abgesagt und Internetinhalte downgeloadet statt heruntergeladen werden, ist das genauso lächerlich, als ob jemand betonte, er sei seinem Unternehmen committed statt verpflichtet. Hier sollen Anglizismen Weltgewandtheit andeuten. Die Mischung von Deutsch und Englisch, das Denglisch, ist zum Markenzeichen einer selbst ernannten Elite geworden. Das sprachliche Modernisierungsfieber ist in zwei Gruppen besonders

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verbreitet: den Pseudoschulreformern und den Modernisierungsmanagern.

Die Schuldebatten sind seit Jahrzehnten von Anglizismen durchsetzt. Die Leistungsfeststellung wurde zur Output Control, statt Vorbildwirkung sagt man Best-Practice-Modell und von den Lehrern wird eine bessere Performance gefordert, was immer das sein soll. „Doch ein Begriff muss bei dem Worte sein?“, fragt der Schüler im „Faust“. „Schon gut! Nur muss man sich nicht allzu ängstlich quälen, denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein!“ So lautet die Antwort des Mephisto.

Nur eine Sprache, die Krebs hat, neigt zu Wucherungen. Am augenfälligsten ist das im Managerjargon. In seinen Anglizismen schimmert Zynismus. Wenn auf der Agenda der High Potentials, den Terminplänen der Hoffnungsträger also, das Risk Management undersized war und die Benchmark nicht erreicht wurde, könnte man auf Deutsch sagen: Verantwortliche haben sorglos Kredite vergeben. Doch das soll uns kein Kopfzerbrechen machen. Es ist ja nur die Cash-Burn-Rate gestiegen, auf Deutsch:

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Gutes Geld wurde verbrannt. Dass deshalb die CEOs beim nächsten Get-together eine Roadmap mit Downsizing und der Reduktion des Headcounts, also Kürzungen und Kündigungen, beschließen müssen, ist ein bedauerlicher Side effect. Zu hoffen ist, dass dadurch die Work-Life-Balance der Chief Executives nicht allzu sehr leidet. Aber letztlich ist man ohnehin too big to fail.

Hinter diesen Sprüchen verbirgt sich Selbstherrlichkeit. Man jongliert mit einem Kauderwelsch, der harmlos klingen und für die Mehrzahl der Bürger unverständlich bleiben soll: Sprache wird zum Herrschaftsinstrument.

Lewis Carroll lässt in „Alice hinter den Spiegeln“ Humpty Dumpty sagen: „Wenn ich ein Wort verwende, dann bedeutet es das, was ich es bedeuten lasse, und nichts anderes.“ Alice antwortet entgeistert: „Aber die Frage ist doch, ob du den Worten so viele verschiedene Bedeutungen geben kannst.“ Humpty Dumpty darauf abschätzig: „Die Frage ist, wer die Macht hat – das ist alles.“

Früher sagte man, dass es die Diplomaten waren, denen Gott die Sprache gab, um die Wahrheit zu verschleiern. Das ist ungerecht. Heute ist es ein Managerjargon, der Werte wie Ehrlichkeit, Verantwortung, Leistung und Charakter durch eine pseudoenglische Schaumschlägerei ersetzt. Man sollte alle jene, die sich hinter Phrasen verstecken, warnen. Irgendwann wird das geschehen, was man früher auf dem Land mit drohendem Unterton so gesagt hat: „Mit euch wird man auch noch einmal Deutsch reden!“

E-Mails an: debatte@diepresse.com

2. Dezember, Wien VIII: „Wer braucht Deutsch und wer braucht Englisch? — Eine Kampfansage!“

Dipl.-Ing. Oliver Baer (Dresden) spricht am 2. Dezember 2013, 19 Uhr

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Baer ist Verfasser des Buches „Von Babylon nach Globylon“

Mit der Formel „Englisch ein Muss, Deutsch ein Plus“ hat sich Jutta Limbach, Präsidentin des Goethe-Instituts, viel Kritik eingefangen. Beim ersten Hinhören versteht man gleich: Englisch ist die Welthandelssprache, sie muss man beherrschen: Am besten, die Kleinen kommen schon mit englischen Vorkenntnissen in den Kindergarten.
Günther Oettinger, der Ministerpräsident Baden-Württembergs, legte noch eins drauf, als er mahnte, bald müsse jeder Facharbeiter Englisch können. Treuherzig fügte er hinzu, als Freizeitsprache werde die deutsche Sprache aber erhalten bleiben. Nicht erklärt hat er leider, wie man auf einer Muttersprache, die zum Bierholen eben noch genügt, eine fremde Sprache aufbauen solle. Nicht erklärt hat er auch, wie im Englischen Jedermann ein Niveau erreicht, auf dem man einander tatsächlich versteht, und zwar nicht schlechter als auf Deutsch.

In Wirklichkeit nämlich werden nur allzu häufig Anglizismen, ungenaue Umschreibungen und – zuweilen unkritisch gebrauchte – Fremdworte benutzt, um Unklarheiten nicht klären zu müssen. Falsch angewandte Fremdworte können ganze Teams auf Irrwege führen. Zudem: Wer unkorrekt spricht, läuft oft auch Gefahr, unkorrekt zu denken und potentielle Mitdenker aus dem Prozess auszuschließen. Kann man Frau Limbachs Worte einfach umdrehen? Deutsch ein Muss, Englisch ein Plus? Schließlich leben wir in Deutschland, all unsere Kultur und unser Selbstverständnis beruhen auf der deutschen Sprache.
Gute Erfahrungen hat mit Begriffen unserer Muttersprache die Freiberger Firma Solifer Solardach GmbH gemacht. Indem aus Internetauftritt und Firmenprospekten unverständliche Fach-Fremdworte und Anglizismen getilgt und durch verständlichere ersetzt wurden, stieg das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern in das Unternehmen, dessen Belange man plötzlich besser verstand. Die Aktion war dem Verein Deutsche Sprache (VDS) ein Zertifikat „Wir sprechen die Sprache unserer Kunden“ wert, denn die rund 26.000 Mitglieder starke Organisation schätzt jeden Mitstreiter im Kampf zur Wahrung und weiteren Entwicklung der Muttersprache.

Was also nun – Deutsch oder Englisch? Man sollte eben ein zweites Mal hinsehen: Wer muss welches Englisch können, bis zu welcher Tiefe? Wie mischt man im globalen Handel mit? Auf welcher Grundlage erwirbt man ein brauchbares Englisch?

Der Vortragende, Dipl.-Ing. Oliver Baer, Sprachberater für Marketing und Unternehmenskultur, hat dreizehn Jahre im Geschäftsleben Südafrikas verbracht.

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Er hat im Auftrag englischer Muttersprachler Texte verfasst, Englisch hat er jedoch erst mit Dreizehn gelernt. Er hatte das Glück, Englisch in der Schule nicht als erste Sprache zu bekommen. „Ob wir weltweit Spitzenleistungen verkaufen, darf keine Glückssache werden,“ meint er. „Auch Sven Fischer läuft nicht sinnlos mit einer Flinte durch die Wälder. Er trainiert gezielt Ausdauer, Kraft, Lauftechnik, Zielsicherheit.“ Jeder kann seine Sprachfertigkeit für den Wettbewerb in Form bringen, mit Willenskraft und mit Verstand.

Beisl“ vs. „Pub“: Anglizismen-Index mit Wiener Beteiligung 4. April 2013 | 10:19 | (DiePresse.com)

APA0112 5 KI 0461 CI / XI                                 Do, 04.Apr 2013

Sprache/Sprachwissenschaften/Sachbücher/Wien

Vom Pub zum Beisl: Österreichische Beteiligung an Anglizismen-Index

Utl.: 7.000 englische Begriffe erklärt und eingedeutscht – Wiener Verein Muttersprache Mitherausgeber des aktuellen Index

Wien (APA) – Statt „joggen“ hören sie lieber „dauerlaufen“ oder „freizeitlaufen“, „junk food“ ist schlicht „Schundfraß“: Der Verein Deutsche Sprache hat es sich mit dem „Anglizismen-Index“ zum Ziel gesetzt, Anglizismen in der deutschen Sprache ausfindig zu machen, zu bewerten und wenn möglich deutsche Begriffe oder Synonyme zu liefern. Wenn dann aus dem britischen „Infopoint“ die „Auskunft“, aus den „Wastwatchers“ die „Müllstreife“ wird und der österreichische „Diskonter“ den amerikanischen „discounter“ ersetzt, wird auch der Beitrag Österreichs zu dem Projekt klar. Erstmals wirkt bei der soeben erschienenen neuen Auflage 2013 der Wiener Verein Muttersprache auch als Mitherausgeber mit.

„Wir wollen und können keine Worte verbieten“, erklärt der Geschäftsstellenleiter des Vereins Muttersprache, Norbert Prohaska, im Gespräch mit der APA. Der Index ist keine Verbotsliste (wie im Vatikan) sondern eine Reihung, Auflistung von kleinen und großen Sprachsünden. „Wir wollen deutsche Begriffe anregen, vorschlagen oder selbst schaffen, um der uferlosen Veranglisierung der deutschen Sprache Einhalt zu gebieten“, so Prohaska. Dass sich der Verein an dem Projekt beteiligt, sei nur logisch: „Probleme der deutschen Sprache beschränken sich ja nicht auf Berlin und Bern. “

Der neue Band versammelt über 7.000 solcher englischer Begriffe von „abcashen“ bis „Zuckerflash“ und teilt sie in drei Kategorien:

1.) Wörter, die das Deutsche ergänzen, und

2.) jene die differenziernen, also eine zusätzliche „Farbe“ ins Deutsche bringen. Beide können auch als Bereicherung des Deutschen verstanden werden: „Disco“ (Tanzlokal) oder „PC“ (Arbeitsplatzrechner) – sie werden weniger kritisch betrachtet. „Junkmail“ und „Overkill“ differenzieren.

3.) Die größte Gruppe (79%) ist aber jene, die die deutsche Begriffe verdrängt. „Downloaden“, „infopoint“, „Ticket“, „Airport“, „User“, „workaholic“ (Arbeitssüchtiger) u. v. a.

Egal welche Kategorie, für jedes englische Wort gibt es deutsche Begriffe bzw. zumindest Übersetzungen und Erklärungen. „Baby“ (Säugling) oder „Cocktail“ (Mixgetränk) sind leichte Übungen.

Für einige Begriffe hätte Prohaska gerne eigene Österreichvarianten: „Kraxlradl“ statt „Mountainbike“ etwa. Im Index findet sich dann aber doch nur das schlichtere „Bergfahrrad“. Besonders sinnlose Anglizismen im Alltag stören den Sprachliebhaber. „Warum muss man auch in sehr ländlichen Regionen ‚Tickets‘ kaufen, mit dem ‚City Express‘ fahren oder in Nachrichtensendungen Kaffeehäuser ‚ranken‘? Das ist reine Sprachprotzerei und manches Mal auch Fachidiotentum.“ Etwa bei Berufsbezeichnungen in Stellenanzeigen.

Der „Anglizismen-Index“ entsteht in Zusammenarbeit des Vereins Deutsche Sprache in Paderborn mit dem Sprachkreis Deutsch in Bern und nun auch dem Verein Muttersprache in Wien. Eine Kooperation und Vorschläge aus Österreich gibt es allerdings schon seit mehreren Jahren. Österreichische und Schweizer Ausdrücke werden im Index extra gekennzeichnet. Der gesamte Index ist auch online abrufbar.

Gerhard H. Junker/Myriam Grobe (Hg.): „Der Anglizismen-Index“, IFB Verlag Deutsche Sprache, 316 Seiten, 15 Euro; www.muttersprache.at


Sedlaczek am Mittwoch Zu viel Englisch ist auch nicht gut

Robert Sedlaczek - Wiener ZeitungDas Englische ist die internationale Verkehrssprache. Aber manche Auswüchse dieses Trends stimmen mich nachdenklich.

Der Mineralkonzern ÖMV hat schon vor einiger Zeit die zwei Punkte über dem Anfangsbuchstaben gestrichen. In einer großen Werbekampagne ist uns erklärt worden, dass das Unternehmen fortan OMV heißt. Das Ö musste offensichtlich deshalb zu einem O werden, weil es in vielen Sprachen keine Umlaute gibt.

Außerdem wurde das Englische zur Konzernsprache erklärt. Mit Abu Dhabi als Großaktionär geht das wohl gar nicht anders. Und die wichtigsten Märkte sind zurzeit nicht unsere östlichen Nachbarn, sondern Rumänien und die Türkei.

Lustig wird es, wenn sich ein Generaldirektor verabschiedet und ein neuer inauguriert wird. Da müssen dann beide witzige Reden halten: natürlich auf Englisch. Wo kämen wir denn da hin, wenn sie deutsch sprächen? Auch der Wirtschaftsminister redet englisch. Alle ziemlich holprig. Dabei sind die Aktionäre aus Abu Dhabi gar nicht da!

Von der Wirtschaft zur Wissenschaft: Eben erfahre ich, dass das DoktorandInnenzentrum der Universität Wien zu einer Konferenz einlädt. Sie trägt den Titel: „Why doing a good PhD is never a waste of time? Added value of the Doctorate“. Weiter heißt es in katastrophal schlechtem Deutsch: „Das DoktorandInnenzentrum hat ExpertInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft eingeladen, um mit Ihnen die Frage des ,Mehrwertes‘ eines Doktorats für Karrieren auch abseits der und für die Wissenschaft zu diskutieren und welche Implikationen dies eventuell für die Weiterentwicklung des Doktoratsstudiums hätte.“ Und ganz unten steht: „Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.“

Aha, denkt man sich, da sind Experten aus aller Herren Länder eingeladen, wahrscheinlich auch Amerikaner und Engländer. Aber nein! Zur Eröffnung sprechen Rektor Georg Winckler und Alexandra Föderl-Schmid, Chefredakteurin von „Der Standard“. Abgerundet wird die Konferenz mit einer Podiumsdiskussion. Wer diskutiert? Der designierte Rektor Heinz W. Engl, ferner Alexander Van der Bellen, dann Melita Kovaèeviæ, Vizerektorin der Universität Zagreb, und ein Manager. Zum Abschluss gibt es ein Sommerfest im Palais Clam-Gallas, also im Französischen Kulturinstitut. Ob auch dort englisch gesprochen werden muss, ist nicht bekannt.

Aber immerhin regt sich Widerstand. Universitätsprofessor Hans-Jürgen Krumm vom Lehrstuhl „Deutsch als Fremdsprache“ protestiert. „Nichts gegen Englisch als Wissenschaftssprache – in manchen Fächern und in manchen englischsprachigen Kontexten. Wenn aber von sämtlichen Rednern maximal eine Kollegin der deutschen Sprache nicht mächtig ist, alle anderen aber Deutsch als Muttersprache haben, ebenso wie dies bei 90 Prozent oder mehr der TeilnehmerInnen der Fall sein wird, dann wird das Ganze lächerlich – nicht nur wegen des teilweise amüsanten Englisch.“

Krumm kritisiert das mangelnde Selbstbewusstsein der europäischen bzw. deutschsprachigen Wissenschafter. Wenn es nicht um primär englischsprachige Disziplinen geht, sind ja gemischtsprachige Konferenzen inzwischen weltweit üblich. Dadurch können auch unterschiedliche Wissenschaftskulturen besser sichtbar gemacht werden.

Und weiter schreibt Krumm: „Auch die Universität Wien verfügt über ein reichhaltiges Mehrsprachigkeitsreservoir; sprachliche Monokulturen dagegen führen sehr bald zur Verödung auch in unseren internationalen Beziehungen – gerade in dem geografischen Raum, in dem wir leben.“ Das ist schön gesagt.

Robert Sedlaczek ist Autor zahlreicher Bücher über die Sprache. Vor kurzem ist bei Haymon sein „Wörterbuch der Alltagssprache Österreichs“ erschienen.

Printausgabe vom 09. Juni 2011
Online seit: Mittwoch, 08. Juni 2011 18:28:00